Führerschein-Reform 2026:
Die Wahrheit über die Kosten
Um es direkt vorwegzunehmen: Der Führerschein wird aller Voraussicht nach NICHT günstiger werden.

In den Medien und sozialen Netzwerken kursieren aktuell viele Gerüchte über eine geplante Führerscheinreform, die voraussichtlich 2026 in Kraft treten soll. Das Versprechen aus der Politik klingt verlockend: Der Führerschein soll moderner, effizienter und vor allem günstiger werden. Doch was steckt wirklich dahinter – und lohnt es sich, mit der Anmeldung zu warten?

Hier ist ein Überblick über die geplanten Änderungen und unsere Einschätzung dazu.

Was ist politisch geplant?

Das Bundesverkehrsministerium hat Eckpunkte vorgestellt, um die Ausbildung zu digitalisieren und Kosten zu senken:

  • Theorie: Der klassische Präsenzunterricht könnte teilweise durch digitales Lernen (E-Learning) ersetzt werden. Zudem ist im Gespräch, den Fragenkatalog zu reduzieren, um den Fokus mehr auf Verkehrsverständnis statt auf reines Auswendiglernen zu legen.

  • Praxis & Simulatoren: Fahrsimulatoren sollen eine größere Rolle spielen. Bestimmte Inhalte (wie Schalten oder Teile der Sonderfahrten) könnten künftig am Simulator statt im echten Auto trainiert werden.

  • Kürzere Prüfungen: Es wird diskutiert, die reine Fahrzeit in der Prüfung EU-weit auf ca. 25 Minuten zu verkürzen.

  • Weniger Sonderfahrten: Die Anzahl der verpflichtenden Stunden auf Autobahnen oder bei Nacht könnten reduziert werden.

  • Mehr Transparenz: Geplant sind Online-Datenbanken für einen leichteren Preisvergleich zwischen Fahrschulen.

Unsere Einschätzung: Wird es wirklich billiger?

Auch wenn die Schlagzeilen „günstigerer Führerschein“ versprechen, sollten Fahrschüler vorsichtig mit zu hohen Erwartungen sein. Aus der Praxis wissen wir, dass Reformen oft anders wirken als geplant:

  1. Technik kostet Geld: Hochwertige Fahrsimulatoren sind in der Anschaffung und Wartung teuer.
    Diese Kosten müssen gedeckt werden, was Einsparungen beim Sprit oft wieder aufhebt.

  2. Grundkosten bleiben: Miete für Schulungsräume, Gehälter für Bürokraft und Fahrlehrer sowie Energie- und Fahrzeugkosten sinken nicht durch eine Reform. Der Grundbetrag einer Fahrschule deckt diese Fixkosten, nicht nur den Theorieunterricht.

  3. Raumbedarf: Wenn mehr Simulatoren eingesetzt werden, benötigen Fahrschulen mehr Platz, was wiederum die Mietkosten in die Höhe treiben kann.

Fazit zu den Kosten

Es ist möglich, dass der Führerschein um einige hundert Euro günstiger wird, aber es besteht auch das Risiko, dass die steigenden Kosten (für die Anschaffung der Simulatoren) den Führerscheinpreis stabil halten oder sogar leicht erhöhen können.

Sollte man mit dem Führerschein warten?

Ein klares Nein. Gesetzesänderungen in Deutschland dauern oft Jahre. Bis eine solche Reform vollständig verabschiedet und in die Prüfungsordnungen (FeV) integriert ist, vergeht viel Zeit. Wer jetzt seine Ausbildung plant oder schon dabei ist, sollte sich nicht von Gerüchten verunsichern lassen. Weder ein Aussetzen noch ein Verschieben der Ausbildung lohnt sich angesichts der ungewissen Ersparnis und des langen Zeitrahmens.

Unser Tipp für einen günstigen Führerschein schon heute!

Der größte Hebel für die Kosten liegt bei dir selbst. Wer im Theorieunterricht aktiv mitarbeitet und Verkehrsregeln wirklich versteht, braucht im Auto deutlich weniger Zeit, um sie anzuwenden. Das spart am Ende mehr Fahrstunden (und Geld) als jede politische Reform.